Uhuru e.V. — Gemeinsam für Kinder in Kenia
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Corona Nothilfeprogramm des UHURU e.V.

Projektbeschreibung
Am 23.3.2020 haben wir ein längerfristig angelegtes Nothilfeprogramm im Slum „Manyata“ gestartet. Alle anderen Programme mussten wir am 16.3. aufgrund der Corona-Maßnahmen der Regierung schließen. Das Nothilfeprogramm richtet sich an unsere 137 Kindergartenkinder, die 20 Azubis, 22 Patenkinder und jeweils deren Haushalte sowie die existenzarme Bevölkerung in der Nachbarschaft unseres neuen Gemeinwesenzentrums. Die Nothilfe beinhaltet die Verteilung von Grundnahrungsmittel, Hygieneartikel, Beratung und Information. Dazu konnten wir ein Wasserprogramm installieren und eine eigene Herstellung von Schutzmasken (Pflicht) aufbauen. Wir haben den Status „systemrelevanter Dienstleistung“ erhalten (d.h. wir können auch bei einem kompletten Lockdown arbeiten) und die Polizei steht uns bei den Verteilungsaktionen zur Seite. Vermutlich wird die Krise über Monate gehen und wir versuchen, durch Spendengelder die Unterstützung und Versorgung der notleidenden Kinder und Familien sicherzustellen. Momentan versorgen wir rund 1.700 Menschen. Neben dem Basisprogramm der Versorgung versuchen wir die Selbsthilfe-Initiativen zu nutzen, damit die Menschen selbstbestimmt jedenfalls einen Teil ihres Bedarfs decken können. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und fürs Teilen unseres Anliegens! Spenden können auch bequem online (PayPal möglich) getätigt werden über: https://www.betterplace.org/de/projects/78162 (Betterplace legt auf jede Spende bis 200€ noch 10% drauf)

Chronologie der Ereignisse im Manyatta Slum (Kisumu, Kenia)

+++ Samstag, 23. Mai +++
Diese große Außenwirkung und das öffentliche Auftreten sind nur möglich, weil auch das Team um Davies großartige Arbeit leistet und das Corona-Hilfsprogramm möglich macht. Mehr als irgendwelche gezielten Teambuilding Maßnahmen scheint diese Krise das UCDP Team zu stärken und positiv zu beeinflussen. Wir vom Vorstand beschließen für alle 17 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eine Gehaltserhöhung von KES 1000 rückwirkend zum April.

+++ Freitag, 22. Mai +++
Davies erhält ein überwältigendes Feedback auf seine klaren Worte im Fernsehen. Neben Zeitungsartikeln („Rogue police extorting Kenyans in the process of implementing government directives“), die ebenfalls das Verhalten der Polizei kritisieren, wird auch im Fernsehen über die Praktiken berichtet und es werden striktere Maßnahmen gegen das Fehlverhalten von Polizisten gefordert. Selbst der Polizeichef aus Kisumu meldet sich persönlich bei Davies, um das zügellose Verhalten bezüglich Bestechung in den Reihen der Polizei zu beklagen.
Davies wird voraussichtlich in den kommenden Wochen zu einer Expertenrunde eingeladen werden, bei der es um Transformationsprozesse in Kenia gehen sollen. Unglaublich, welche Außenwirkung er hier erhält, wenngleich wir von Deutschland aus immer auch etwas Angst haben um ihn, wenn er zu sehr im Licht der Öffentlichkeit steht.

+++ Donnerstag, 21. Mai +++
Nachdem die Corona Hilfsmaßnahmen letzte Woche durch das Eingreifen der Polizei gefährdet wurden und es Davies gelungen ist, die offizielle Unterstützung der Stadtverwaltung zu bekommen, kann er heute in dem Nachrichtenprogramm des Senders KTN News Kenya ausführlich über seinen Einsatz mit dem Uhuru-Team berichten. Außerdem äußert er sich hier detailliert über seine Einschätzung zu den Maßnahmen, die Kenia im Kampf gegen Corona ergriffen hat. Und er scheut sich nicht, seine Meinung zu dem Fehlverhalten der Polizei darzulegen. Davies erhält auch die Gelegenheit, die Öffentlichkeit direkt anzusprechen und aufzurufen, sich angesichts des Coronavirus angemessen zu verhalten. Am Ende benennt er die wirtschaftlichen Folgen, die diese Krise seiner Ansicht nach im Land und mit Blick auf die Armen haben wird, und wie man dem begegnen könnte. Davies versteht es Dinge klar zu benennen, bleibt dabei diplomatisch und zeigt, welche öffentliche Rolle er inzwischen einzunehmen vermag.


+++ Mittwoch, 20. Mai +++
Solidarität NICHT abgesagt!!! Am Fr. 15.5. hatte die Polizei unser Nothilfeprogramm trotz Genehmigungen und Einhaltung der Vorgaben zum Infektionsschutz gestoppt. Diese inakzeptable Aktion wurde von zwei großen Mediengruppen The Kenya News Agency und Kenya Broadcasting Corporation (KBC) veröffentlicht. Am Montag kamen die Stadtverwaltung und der Polizeichef auf Davies zu mit einer wasserfesten Befugnis, das Nothilfeprogramm ohne weitere Zwischenfälle fortführen zu können. Zum Glück war am Fr. die Situation nicht in Gewalt eskaliert. Wir freuen uns weiterhin und jetzt erst recht den Kinder und Familien in Manyatta (1850 Personen versorgen wir wöchentlich) und den Straßenkinder mit dem dringend benötigten Nothilfeprogramm zur Seite stehen zu können! Vielen Dank allen Unterstützern!
https://www.kbc.co.ke/food-distribution-exercise-for-the-vulnerable-in-kisumu-stopped/ https://www.kenyanews.go.ke/members-of-the-public-disappointed/


+++ Montag, 18. Mai +++

Ein Videoclip zum Infektionsschutz wurde im Namen von UCDP veröffentlicht:

+++ Samstag, 16. Mai +++
Kenianische Regierung verlängert die Ausgangssperren bis 6. Juni. Besonders von Corona betroffene Hotspots wie z.B. Nairobi werden abgeriegelt.

+++ Freitag, 15. Mai +++
Polizei stoppt unsere Verteilung der dringend benötigten Hilfsgüter. Selbst eine 80-jährige Frau, die seit zwei Tagen nichts zu essen hat, wird abgeschirmt - es ist brutal, wie unmenschlich die Korruption ist, doch Davies lässt sich nicht auf ein Bestechungsgeld ein. Das Uhuru Team hält Krisensitzung: Die Stadtverwaltung und das Fernsehen werden eingeschaltet und nächste Woche geht’s (hoffentlich) weiter mit der Verteilung der Hilfspakete und Schutzmasken.

+++ Donnerstag, 14. Mai +++
Danke für so viel Solidarität: Seit dem 23.3. haben 275 Spender*innen fast 55.000€ für unsere Corona-Nothilfe (inkl. Wasserprojekt und Schutzmasken-Projekt) bereitgestellt. Das ist einfach unglaublich und wir sind so dankbar! Über 1.000 Menschen im Slum versorgen wir mit wöchentlichen Hilfspaketen. Eine Infrastruktur mit Hygienemaßnahmen und Schutz und Schulungen für das 18-köpfige Uhuru-Team konnte aufgebaut werden. Inzwischen ist auch die Unterstützung der Straßenkinder angelaufen. Das Wasserprojekt ist umgesetzt worden und Schutzmasken sind in Produktion. Die Perspektive allerdings ist ungewiss, wir rechnen damit, dass sich die Notlage weiter verschärft.

+++ Dienstag, 12. Mai +++
Die Vorräte werden aufgefüllt. Die Lebensmittelpreise steigen weiter und die Nothilfe wird immer dringender.

+++ Montag, 11. Mai +++
Kumpf-Fashion, eine Firma aus Rottenburg, die Uhuru e.V. schon beim Start der Schneiderinnenausbildung 2008 unterstützt hat, spendet 300 hochwertige Schutzmasken und Stoffe für das Soli-Masken Projekt. Da diese derzeit nicht direkt nach Kenia verschickt werden können, wird mit der Firma vereinbart, dass wir die Schutzmasken gegen eine Spende von etwa 5€ über unsere Netzwerke hergeben können. Mit dem Geld können dann Schutzmasken für die Straßenkinder direkt vor Ort hergestellt werden.
Bitte melden bei jonas.puhm@uhuru-ev.de, wenn ihr eine oder mehrere Schutzmasken erwerben wollt oder eine Stelle wisst (Laden, Apotheke…), wo sie im Spendenkorb angeboten werden können.

+++ Sonntag, 10. Mai +++
Muttertags-Rosen aus Kenia. Kenia ist nach Holland der zweitgrößte Blumenlieferant für Europa. Mitte März brach wegen Corona der Absatz auf 20% ein. Viele Arbeiter*innen verloren bereits ihre Jobs und Existenzgrundlage. Zum Muttertag steigt die Nachfrage zumindest auf 65% des Normalzustandes.

+++ Mittwoch, 6. Mai +++
KNT, einer der größten Fernsehsender überträgt Ausschnitte der Interviews mit den Straßenkindern vom 29.4.2020. Die Straßenkinder erklären ihre Notlage und fordern von der Polizei auf Gewalt zu verzichten und von der Politik eine Perspektive. Die Ausgangssperren treffen die Straßenkinder besonders hart.
https://www.facebook.com/1464211677174747/posts/2528733504055887/?sfnsn=wa&d=w&vh=e
Presseberichte über die Nähaktion der „Quenstedt Soli-Masken“ erscheinen im Schwäbischen Tagblatt und im Reutlinger Generalanzeiger, sowie im Mössinger Amtsblatt.

+++ Dienstag, 5. Mai +++
Von 8.00 -18.00 Uhr sind Schüler, Lehrer und Eltern mit Abstand und in Schichten mit Schulsozialarbeiter Jonas Puhm im Einsatz am Quenstedt Gymnasium in Mössingen: Stoffe zuschneiden, bügeln, Materialpakete zum Abholen und Zuhause nähen herrichten, nähen, 1 km Gummiband (Danke an Naturana Gomaringen!) einfädeln. Die #q-rage AG hat dieses „Soli-Masken“ Projekt gestartet, um die 800 Schüler und Lehrer mit Schutzmasken auszustatten und gleichzeitig Spenden für unsere Straßenkinder in Kisumu zu sammeln. Danke!
„Schutzmasken! Keine Maulkörbe!“: wir schützen uns solidarisch, lassen uns aber nicht den Mund verbieten, v.a. nicht wenn es um Rassismus und Diskriminierung geht!
Wer dieses Schülerprojekt unterstützen will, kann das tun über: https://www.betterplace.org/de/projects/80099-quenstedt-soli-masken-schutzmasken-fuer-strassenkinder-in-kenia

+++ Montag, 4. Mai +++
20.000 Liter sauberes Regenwasser stehen bereit. Die zwei 10.000 L –Tanks und das Regenrinnen-System wurden großteils von der St. Bernhardt Grundschule in Esslingen finanziert – herzlichen Dank!

Hoffnung keimt: in der Regenzeit konnte unser Gelände mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt werden. Auch ein kleiner Gemüsegarten ist angelegt.

Seeds e.V. Tübingen spendet 5.000€ zur Herstellung von Schutzmasken für Familien im Manyatta Slum. 2.000 Masken sollen bis Ende Mai durch unsere Schneiderinnen hergestellt werden, dazu werden drei zusätzliche Nähmaschinen angeschafft und die Schneiderinnen erhalten ein Honorar, das die Corona-bedingten Verdienstausfälle (Shutdown) etwas kompensieren kann.

+++ Donnerstag, 30. April +++
Auch in Deutschland gilt seit Montag die Maskenpflicht. Weiterhin werden einige Masken von fleißigen Helfern im Homeoffice erstellt und gegen eine Spende an uns verteilt. Herzlichen Dank!!

Heftige Erdrutsche und Regenfälle in Kenia, auch im Slum Manyata -somit vor der Türe unseres Gemeinwesenzentrums- gibt es zahlreiche Überschwemmungen.

+++ Mittwoch, 29. April +++
Davies informiert uns, dass er den Vertrag zwischen UCDP und Brot für die Welt unterschrieben hat. Brot für die Welt unterstützt uns vom 1.4. bis 30.11. mit 50.000€. Im Programm enthalten sind die Lebensmittelversorgung, Seife und Desinfektionsmittel sowie Aufklärung und Prävention durch unser UCDP-Team. Das ermöglicht Davies, seine hilfreiche Arbeit vor Ort eine Weile fortzusetzen.

Davies und sein Team besuchen gemeinsam mit einem kenianischen Fernsehteam einige Straßenkinder Kisumus. Ziel ist es, der Polizei und der Regierung die Situation der Straßenkinder in Zeiten von Covid 19 bewusst zu machen. Vor laufender Kamera bitten sie die Polizei, nicht gewalttätig gegenüber ihnen zu werden, da sie z.B. die Ausgangssperre nicht einhalten können.

Wir gratulieren ganz herzlich unserem Vereinsmitglied Prof. Dr. Walther Specht zu seinem Geburtstag. Er ist Mitbegründer des Konzeptes `Mobile Jugendarbeit‘ welches wir derzeit als Pilotprojekt in Kenia durchführen. Wir wünschen alles Gute, viel Glück und vor allem jede Menge Gesundheit.

+++ Montag, 27. April +++
Es gehen immer weniger Spenden auf unserem Vereinskonto ein. Seit dem Nothilfestart am 22. März konnten wir jedoch schon unglaubliche 40.178 € sammeln und in Kenia sehr vielen bedürftigen Kindern und Familien bis heute noch helfen. Herzlichen Dank noch einmal an alle bisherigen Spender und Spenderinnen! Dies darf gerne weiterhin geteilt und weitergesagt werden! Aufgrund der eingeschränkten Flugverbindungen ist es gerade nicht möglich, Pakete über DHL International von Deutschland nach Kenia zu senden, so dass ein Paket für Davies weiterhin in Tübingen verbleiben muss. Wer eine Idee hat, wie man es trotzdem verschicken kann, bitte bei Anke melden.

+++ Samstag, 25. April +++
Der gesamte Vorstand von seeds e.V., einem Tübinger Verein für globale Hilfe, befürwortet den Plan, dass die Ausbilderin unseres Schneiderinnenkurses zusammen mit ein paar Absolventinnen Masken in Kisumu produziert. Seeds e.V. wird dies mit 5000 € unterstützen, wenn auch die Mitglieder von seeds in einer digitalen Abstimmung zustimmen (was sehr wahrscheinlich ist). In dem Geld inbegriffen ist die Anschaffung von drei Nähmaschinen, die auch nach der Krise die Arbeit vor Ort fördern.

+++ Freitag, 24. April +++
Die neue Form der Verteilung erweist sich als gelungene Aktion. Davies schreibt: „We touch the people’s hearts in their homes”. Selbst die Polizei, die erneut die Maßnahme begleitet hat, dankt Davies und seinem Team und bietet mehr Unterstützung an, die Davies diplomatisch eher ablehnen will, da die Menschen in Kenia die Polizei häufig als negativ erleben.



+++ Donnerstag, 23. April +++
Die Mutter von Monika Gramlich, einem Uhuru-Mitglied, näht Masken und verkauft sie für 5€. Der gesamte Erlös geht an den Verein. Wir erfahren, dass auch andere bereits Masken nähen, deren Einnahmen zum Teil an uns fließen sollen. Wir haben noch schöne afrikanische Stoffe und überlegen, ob es nicht möglich sein könnte, diese in ähnlicher Weise zu verarbeiten? Fleißige Näher und Näherinnen können sich gerne bei uns melden!

Der Staat gibt eine neue Richtlinie zur Verteilung von Nothilfe heraus, die es verbietet, an zentralen Stellen Güter zu verteilen. Die Hilfspakete müssen von Tür zu Tür verteilt werden.

+++ Mittwoch, 22. April +++
Das UCDP wird bis zum 1.5. zu einer Stellungnahme zu einem Gesetzentwurf zur Pandemiebekämpfung und -bewältigung des kenianischen Parlamentes gebeten. Davies bittet hier auch um Kommentare von deutscher Seite.

+++ Montag, 20. April +++
Es fließen weiterhin zahlreiche Spenden für den Corona-Nothilfefonds. Viele der Spender und Spenderinnen sind uns nicht bekannt. Diese Breitenwirkung motiviert sehr. Wir überweisen eine weitere Summe für die Notfallpakete nach Kenia. Von Davies erfahren wir, dass inzwischen Banken ihren Arbeitsumfang derart reduziert haben, dass man bis zu zwei Tagen (!) warten kann, bis man bedient wird.

+++ Sonntag, 19. April +++
Davies hält als Pastor seinen ersten online-Gottesdienst ab. Für viele Menschen in Kenia bedeutet der Wegfall des kirchlichen Lebens einen großen Verlust an Gemeinschaft und Orientierung.

+++ Samstag, 18. April +++
Unwetterartige Regenfälle in Kisumu verursachen Überschwemmungen, auch im Manyata Slum.


+++ Freitag, 17. April +++
Heuschreckenplage: die zweite Welle bricht über Kenia und die Nachbarländer herein, gerade zur Erntezeit. Ein Schwarm von 1 km2 vernichtet pro Tag den Lebensmittelbedarf von 35.000 Menschen – in Kenia wurde ein 2.400 km2 großer Schwarm gesichtet! Corona bringt diese Katastrophe in den Hintergrund und behindert die Bekämpfung. Das wird die Notlage der Armutsgesellschaft extrem verschärfen: https://www.klimareporter.de/international/heuschreckenplage-waechst-exponentiell

Wir versuchen uns so gut es geht dafür zu rüsten mit der Fortsetzung unseres Nothilfeprogramms. Bitte wenn möglich nochmal die Info über unser Nothilfeprogramm weitergeben/ teilen. Zum Beispiel folgende Grafik

oder als Link: https://www.betterplace.org/de/projects/78162 oder http://uhuru-ev.de/corona_newsticker

+++ Donnerstag, 16. April +++
Die Fundamente für die riesigen Wassertanks (á 10.000 Liter) werden gelegt.

+++ Mittwoch, 15. April +++
Davies schickt uns ein Schutzmaskenkonzept, um die Ansteckungsgefahr im dicht besiedelten Slum zu reduzieren und die Menschen vor den drastischen Strafen zu schützen (200€ Strafe oder bis zu 6 Monate Freiheitsstrafe bei Nichttragen). Wir wollen in einem ersten Schritt 1.000 Menschen in Manyata mit Schutzmasken ausrüsten, die von unseren Schneiderinnen hergestellt werden.

+++ Dienstag, 14. April +++
Unsere Partnerorganisation erhält den Status eines „systemrelevanten Dienstleisters“. Auch im Falle eines kompletten Lockdowns können wir dadurch das Nothilfeprogramm weiterführen. Die Unterstützung durch die Polizei, die Davies beim Verteilen organisiert hat, zeigt sich als wesentlich. In Nairobi kam es bei einer ähnlichen Aktion ohne Polizei zu zwei Toten und vielen Verletzte: https://www.kenyans.co.ke/news/51910-railas-donation-distribution-turns-chaotic-many-injured-video

+++ Montag, 13. April +++
Wir versenden einen Osterbrief an die Uhuru-Community und Nothilfe-Unterstützer*innen. „Jeder Mensch kann zu einem Zeichen der Hoffnung für diese Welt werden!“ https://www.dropbox.com/s/0a9d1zqp37sx4bn/Brief_Ostern%202020.pdf?dl=1

+++ Sonntag, 12. April +++
Auch in Kenia waren die Kirchen geschlossen. Davies schreibt „…this time we only saw darkness and it was quiet like hell!”. Der erste Corona-Tote wurde nahe Kisumu beerdigt ohne die üblichen (wichtigen) Zeremonien, was in der Öffentlichkeit für Angst und Empörung sorgte. Der Fall ist jetzt vor Gericht.

Betterplace meldet: „Bedarf erfüllt“ mit 1.790€ durch 47 Spender für unser erstes Projekt „Corona Krisen-Plan für gefährdete Kinder & ihre Familien in Kenia“. MEGA! Vielen Dank!!! Wir haben ein neues Projekt über https://www.betterplace.org/de/projects/78162 gestartet (betterplace legt auf jede Spende bis 200€ noch 10% drauf):

+++ Samstag, 11. April +++
Tübinger Seeds e.V. signalisiert Bereitschaft unser Corona-Nothilfeprogramm zu unterstützen.

+++ Freitag, 10. April +++
Die Ausgabe der „Osterpakete“ wird durchgeführt. Es konnten 347 Haushalte erreicht werden, das bedeutet ca. 1700 Menschen.

Wir halten eine weitere Vorstandssitzung per Videokonferenz ab, reflektieren erbrachte Hilfen und überlegen, wie weitere Unterstützung aussehen könnte. Als Mitglied der zivilgesellschaftlichen Beratungsgruppe der G7-Länder hat Davies an der Entwicklung eines Dokuments mitgewirkt, das den Regierungen und der Bevölkerung als Handlungsprinzipien in der Corona-Krise dienen soll. Das Dokument kann hier eingesehen werden. Evtl. erhält Davies eine Sendezeit im nationalen kenianischen Fernsehen, um die Prinzipien zu erläutern.

+++ Donnerstag, 9. April +++
Im Gomaringer Gemeindebote erscheint ein Artikel über unsere Notfallhilfe (Link zum Artikel).
Die Regenrinnen an unserem UCDP Building in Kisumu können heute montiert werden. In Kisumu ist gerade Regenzeit. Wasser, das gerade in Zeiten wie diesen noch wichtiger ist, kann nun gesammelt werden.

Das UCDP-Team trifft Vorbereitungen für morgigen Großeinsatz – „Osterpakete“ sollen per Nummern („meal cards“) an bedürftige Familien verteilt werden Abstandhalter werden eingezeichnet, um zumindest ein wenig Distanz zu wahren.


+++ Mittwoch, 8. April +++
Die 100 bestellten Mundschutzmasken erreichen das UCDP-Team. Die kenianische Regierung stellt das Verlassen des Hauses ohne Schutzmaske unter Strafe. Wer in der Öffentlichkeit ohne Maske erwischt wird, muss mit 200€ Strafe oder einer Gefängnisstrafe von bis zu sechs Monaten rechnen. Wir sind im Corona-Soli-Programm von betterplace. Auf jede Spende bis zu 200€ legt betterplace 10% drauf. Über diesen Link online spenden (auch über paypal). Brot für die Welt veröffentlicht auf ihrer Homepage einen Artikel über Davies und seine Notfallhilfe in Kisumu LINK.

Zusammengefasst lässt sich sagen:
Die Maßnahmen der Regierung sind nicht der Wirklichkeit der Armen angepasst, die auf engstem Raum leben müssen. Auch die Situation der Straßenkinder verschlechtert sich. Sie schlafen dicht aneinandergedrängt auf dem Boden und sind dem Virus schutzlos ausgesetzt. Die Ausgangssperre von 19 bis 5 Uhr trifft sie besonders. Oft fliehen sie weit hinaus ins Umland, da die Polizei brutal gegen sie vorgeht.

Davies entwickelt derzeit ein Krisenkonzept, um die Straßenkinder bestmöglich zu schützen und zu unterstützen.

+++ Dienstag, 7. April +++
Heute wäre die offizielle Eröffnung unseres Gemeinwesenzentrums gewesen. Wenn diese schweren Zeiten vorüber sind, wollen wir die Feier schnellstmöglich nachholen. Wir schicken Gedanken und Grüße zum heutigen Tag an Davies.

+++ Montag, 6. April +++
Bis heute haben 170 Menschen gespendet. Wir schicken einen Dankesbrief an alle Spender, von denen wir eine Adresse haben. Danke an alle Spenderinnen und Spender! Wir überweisen weitere 7000€ zur Sicherstellung weiterer Carepakete. Zwei Wassertanks à 10.000 Liter werden auf das UCDP Gelände transportiert. Regenrinnen und Tanks sind etwas teurer, da durch die Schließung der Grenzen keine Ware aus China ankommt.

Der neu angestellte Wachmann beginnt seinen Job. Der Präsident verhängt einen kompletten Lockdown von Nairobi und den Küstenstädten für die nächsten 21 Tage. 82 % der Corona-infizierten wohnen in Nairobi. Bis heute gibt es 189 bestätigte Coronafälle in Kenia und 7 Todesfälle.

+++ Sonntag, 4. April +++
“Heroes in Fight Against Coronavirus“ – in einem Artikel von The Standard, einer der größten nationalen Zeitungen in Kenia, wird auch unser Nothilfeprogramm im Manyatta-Slum erwähnt: Link
Ein Dankesschreiben geht raus an alle Menschen, die uns so großartig und wertvoll unterstützt haben: Link zum Dankesschreiben

+++ Freitag, 3. April +++
Die Überweisung für das Wasserprojekt und das Gehalt für einen zusätzlichen Wachmann sind eingetroffen, nächste Woche sollen eine Regenrinne (1.100€, dafür fehlen noch 600€) montiert und die Wassertanks gekauft werden. Fast 15.000€ sind als Spenden inzwischen auf dem Vereinskonto, 1.500€ über betterplace. Viele ermutigende Emails und weitere Spendenzusagen. Herzlichen Dank! Ein großer Artikel von Claudia Jochen erscheint heute im Schwäbischen Tagblatt:

+++ Donnerstag, 2. April +++
Schon morgens trifft eine Videobotschaft von Davies ein:

In Kenia gibt es jetzt 110 Corona-Fälle und drei Tote, Davies beschreibt, dass viele Menschen in Panik geraten. Bis zur Ausgangssperre um 19 Uhr Ortszeit ist das UCDP-Team erneut im Einsatz.

+++ Mittwoch, 1. April +++
Brot für die Welt stellt Unterstützung für unser COVID19-Nothilfeprogramm in Aussicht. Wir hoffen, dass das klappt. Menschen im Slum bzw. mit nichtformalen Jobs erhalten keine staatliche Unterstützung in Kenia, ihnen droht eine leidvolle Zeit. Das UCDP-Team trifft Vorbereitungen für morgigen Großeinsatz – über eine Tonne Lebensmittel soll per Nummern („meal cards“) an bedürftige Familien verteilt werden

Eigentlich wäre heute Abflug der ersten sieben Mitglieder nach Kenia. Die Liebfrauenschule Sigmaringen veröffentlicht einen Spendenaufruf in der Schwäbischen Zeitung „Kenia-Projekt richtet Hilferuf…“):
https://www.dropbox.com/s/nzfzyrvsdoe4xbd/Kenia-Projekt%20richtet%20Hilferuf%20an%20die%20Liebfrauenschule_31.3.20.pdf?dl=1

+++ Dienstag, 31. März +++
In Kenia sind bereits 50 Menschen positiv auf Corona getestet und, so Davies die Regierung erwartet, dass bis Ende April die Zahl der Corona-Infizierten auf 10.000 ansteigt. Tödlicher als das Virus sind dabei die Maßnahmen, bei denen es bei vielen Familien im Slum einfach um die nackte Existenz geht. Morgen soll die nächte große Verteitungs-Aktion der „Corona-Schutz-Pakete“ in Angriff genommen werden. Da jegliche Mundschutz-Masken in Kenia ausverkauft sind, hat unsere Uhuru-Schneiderei nun DYS Schutzmasken genäht.
Davies mit DYS Mundschutz

+++ Sonntag, 29. März +++
Rundbrief an die Uhuru-Community wird via Email als Rückmeldung zur 1.Woche verschickt: Bericht 1.Woche Corona-Nothilfe

+++ Samstag, 28. März +++
Davies bittet um einen zweiten Wachmann (Kosten: zwei Monate 600€), da das Zentrum gefährdet ist, denn durch die zu erwartende extreme Not steigt das Risiko von Einbrüchen und Kriminalität.

+++ Freitag, 27. März +++
Nach dem Eingang der ersten Spenden sind wir in der Lage, auf das Konto in Kenia weitere 7000€ zu überweisen, das Geld wird ca. eine Woche benötigen, bis es ankommt. Angesichts der notwendigen Hygienemaßnahmen überlegen wir, eine Regenrinne installieren zu lassen und Wassertanks (à 5.000 Liter) zu kaufen, um für die Menschen im Slum Wasser zur Verfügung zu stellen, wir suchen Wege, dies zu finanzieren (Kosten: vier Tanks à ca. 500 €, eine Regenrinnenvorrichtung ca. 1100 €).

+++ Mittwoch, 25. März +++
Der Präsident verkündet ab Freitag ein dusk-to-dawn curfew, mit Tränengas und Schlagstöcken wird die Polizei versuchen, diese Ausgangssperre von 19 Uhr bis 5 Uhr durchzusetzen. Der Vorstand erhöht die Zusage an Davies für den „Corona Krisenplan“ auf 20.000€.

+++ Dienstag, 24.März +++
Davies und sein Team verteilen Carepakete im Wert von 10€ an ca. 200 Haushalte, es ist nicht möglich, die Aktion auf „unsere“ Klienten zu begrenzen, Inhalt der Pakete sind: 1 Barren Seife, Desinfektionsmittel, ½ Kohlkopf, 1 kg Linsen, 1 kg Zucker, 2 kg Reis, 2 kg Mehl, ½ Liter Öl, 500g Salz, außerdem erfolgen Informationen zum Umgang mit dem Virus.

Davies schickt Grüße bei dem Anlass:

+++ Sonntag, 22. März +++
Kibuye, ein großer Markt unter freiem Himmel, wird geschlossen, die Polizei verscheucht Menschen mit Tränengas. Präsident Yoweri Museveni aus Uganda ordnet an, alle Grenzen zu schließen, aus Uganda beziehen die armen Menschen aus Kisumu einen Großteil ihrer Grundnahrungsmittel. Wir starten unsere Spendenaktion für den „Corona Krisenplan“ über betterplace, Facebook und Emails.

+++ Samstag, 21. März +++
Der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta ruft landesweit einen Prayer Day angesichts der Gefährdung durch Corona aus („Even science needs God.“). Wir überweisen 1000€ Soforthilfe über Western Union, mehr geht von der Post in Gomaringen aus nicht.

+++ Freitag, 20. März +++
Davies sammelt Patenkinder unserer Organisation ein, um sie während der Schulschließungen unterschiedlich unterzubringen. Davies erklärt in einer Videobotschaft die Situation und den Krisenplan:

+++ Donnerstag, 19. März +++
Wir bringen eine Überweisung von 5.000€ für den Krisenplan auf den Weg, die hoffentlich in einer Woche in Kenia zur Verfügung steht.

+++ Mittwoch, 18. März +++
Der Vorstand beschließt zusammen mit Davies, den Krisenplan auf die Kinder und ihre Haushalte zu fokussieren, dazu gehören die 137 Kindergartenkinder, die 20 Azubis aus der Schneiderausbildung und die 22 Patenkinder, ein Spendenvolumen von 10.000€ für zwei Monate erscheint realistisch, ein Spendenaufruf nach Überarbeitung wird beschlossen.

+++ Montag, 16. März +++
Die Schließung aller Schulen und Bildungseinrichtungen in Kenia bis spätestens 19.3. wird beschlossen, auch unser Kindergarten ist davon betroffen. Unser kenianisches Team trifft sich, um zu überlegen, wie vor Ort reagiert werden kann, es ist offensichtlich, dass die Maßnahmen der Regierung für die Menschen im Slum eine Bedrohung ihrer Existenzgrundlage sind.

Das Konzept des kenianischen Teams für einen Krisenplan, der die Grundversorgung von etwa 3.000 Menschen im Slum rund um unser Zentrum vorsieht, hätte für zwei Monate einen Kostenrahmen von etwa 40.000€.

+++ Sonntag, 15. März +++
Unsere Praktikantin beendet ihren Aufenthalt vorzeitig und fliegt zurück nach Deutschland. Erste Pläne eines Notfallplanes entstehen auf deutscher Seite.

+++ Freitag, 13. März +++
Ein erster bestätigter Corona Fall in Nairobi wird bekannt. Handdesinfektionsmittel, Wasser und Seife werden für das Betreten des Zentrums vorgeschrieben.

Wir überweisen 1.000€ für die Umsetzung dieser und weiterer Hygienemaßnamen. Der kenianische Staat verbietet jegliche größeren Treffen in der Öffentlichkeit, um die Verbreitung des Covid-19 Virus zu verhindern.

+++ Mittwoch, 11. März +++
Die gemeinsamen Reise zur Einweihung des Gemeinwesenzentrums wird abgesagt.

 
corona_newsticker.txt · Zuletzt geändert: 27.05.2020 17:32 von cwindhoff
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