Unsere Angebote richten sich in erster Linie nach dem Bedarf der Zielgruppe, den wir durch wissenschaftliche Analyseverfahren ermitteln. Alle Angebote in Kenia zielen darauf ab, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, d.h. den Menschen nachhaltig zu helfen, anstatt weitere Abhängigkeiten zu provozieren. Entsprechend dieser Zieldimension reflektieren wir regelmäßig unsere Angebote.
Manyatta ist ein Armutsviertel im Westen von Kisumu mit rund 50.000 Einwohnern. Hier begann die Arbeit des UHURU Community Development Project (UCDP) bereits im Jahr 2002 mit der Unterstützung von Witwen durch Mikrokredite und Schulpatenschaften. Aufgrund des großen Bedarfs wurden die Angebote schnell auf das gesamte Viertel ausgeweitet.
Unser Gemeinwesenprogramm richtet sich bis heute an Kinder und Jugendliche, die in extremer Armut aufwachsen. Bildung und Ausbildung stehen dabei im Mittelpunkt. Ebenso wichtig ist die Stärkung des sozialen Umfelds, insbesondere der Familie oder Pflegefamilie.
Die größten Herausforderungen in Manyatta sind Existenzarmut, Arbeitslosigkeit, Gesundheits- und Hygienemängel, HIV/Aids, Jugendkriminalität sowie fehlende Bildungschancen.
Unsere Angebote in Manyatta
Die Arbeit erfolgt überwiegend aufsuchend. Zusätzlich betreiben wir ein Büro in Manyatta als Anlaufstelle, unter anderem für die Schneiderausbildung und die Holiday School.
Alle Angebote verfolgen ein gemeinsames Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe.
Aufgrund des anhaltend hohen Bedarfs verfolgen wir die Vision, ein eigenes Gemeinwesenzentrum in Manyatta zu errichten, um bestehende Programme auszubauen und weitere Bedarfe gezielt aufzugreifen.
Ziel des Kindergartens ist es, Kindern aus extrem armen Familien in den Manyatta Slums einen Zugang zu frühkindlicher Bildung zu ermöglichen. Er richtet sich an Kinder zwischen 3-6 Jahren. Mit 6 Jahren können die Kinder dann gut vorbereitet die Grundschule besuchen.
2014 konnte der Kindergarten von 86 auf 100 Plätze erweitert werden, 2018 auf 126 Plätze, 2023 auf 190 und 2024 auf 200. Die Kinder sind in drei Altersgruppen aufgeteilt: „baby class“, „middle class“ sowie „final class“. Im August 2018 zog der Kindergarten um auf unser eigenes UHURU-Landstück im Herzen der Manyatta Slums.
Seit Mai 2025 bietet das Safe House in Kisumu Schutz für besonders gefährdete Frauen und Mütter mit ihren Kindern, die auf der Straße leben. Das Projekt wird im ersten Jahr von der Schweizer Initiative Friends of Safe House Kisumu unterstützt.
Das Safe House ist ein sicherer Ort zum Ankommen, Stabilisieren und Neuanfangen. Neben Unterkunft und Schutz erhalten die Frauen sozialpädagogische Begleitung, stärken ihr Selbstwertgefühl und entwickeln neue Lebensperspektiven. Ziel ist es, sie auf ein selbstständiges, selbstbestimmtes Leben mit ihren Kindern vorzubereiten.
Die Frauen gestalten ihren Alltag eigenverantwortlich und werden bei Ausbildung, Arbeit und Reintegration begleitet. Nach einer sechsmonatigen Testphase wird das Projekt evaluiert und weiterentwickelt.
Die monatlichen Kosten betragen 45.000 KSH (ca. 307 EUR) und werden vollständig durch Spenden finanziert. Jeder Beitrag hilft.
Das Gemeinwesenzentrum liegt im Herzen der Manyatta-Slums im Osten von Kisumu, einem dicht besiedelten Stadtteil, in dem rund 50.000 Menschen unter schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen leben. Seit über 15 Jahren sind wir hier fest in der Community verankert und begleiten Kinder, Jugendliche und Familien mit vielfältigen Bildungs- und Beratungsangeboten.
Das Gebäude bildet heute eine zentrale Anlaufstelle für die Gemeinwesenarbeit vor Ort. Es vereint unter einem Dach unter anderem einen Kindergarten, Ausbildungsräume, eine Beratungsstelle sowie Büroräume. Damit ersetzt es frühere, dezentrale und unsichere Mietlösungen und schafft einen geschützten, verlässlichen Ort für langfristige Projektarbeit.
Als feste „Basis“ mitten in der Community bietet das Zentrum Raum für bestehende und neue Angebote, die in Manyatta dringend gebraucht werden. Es stärkt die lokale Infrastruktur, fördert Bildung, Beratung und Qualifizierung und schafft einen sicheren Rahmen für Begegnung, Unterstützung und Zukunftsperspektiven.
In Kisumu wächst seit Jahren die Zahl der Straßenkinder, vor allem Jungen zwischen 8 und 25 Jahren. Viele von ihnen sind Waisen, fliehen vor Gewalt oder Armut oder müssen zum Familieneinkommen beitragen. Das Leben auf der Straße ist geprägt von Ausgrenzung, Gewalt und fehlenden Zukunftsperspektiven. Repressive Maßnahmen oder reine Essensausgaben lösen diese Probleme nicht nachhaltig.
Seit 2002 leistet unser Team professionelle Sozialarbeit für Straßenkinder in Kisumu. Grundlage ist die Mobile Jugendarbeit, ein bewährtes Konzept, das auf Street Work, Vertrauensaufbau und Arbeit auf Augenhöhe setzt. Ziel ist es, die Lebenssituation der Jugendlichen zu verbessern und ihnen kurz-, mittel- und langfristige Perspektiven zu eröffnen.
Mobile Jugendarbeit in Kisumu
Die Mobile Jugendarbeit richtet sich an ausgegrenzte Jugendliche, die bestehende Hilfsangebote nicht erreichen. Sozialarbeitende gehen direkt zu den Treffpunkten der Straßenkinder, bauen tragfähige Beziehungen auf und begleiten sie individuell und in Gruppen. Zentrale Ziele sind Schutz, Anerkennung, Gewaltprävention, Reintegration sowie die Umsetzung der Kinderrechte.
Unser Modellprojekt
Projektstart: Oktober 2014
Team: 4 kenianische Sozialarbeiter*innen und eine medizinische Fachkraft
Unterstützer: Brot für die Welt
Partner: ISMO e.V. & DHBW Stuttgart
Angebote
Regelmäßige Street Work
Gruppen- und Freizeitangebote
Einzelfallhilfe und psychosoziale Beratung
Berufliche Ausbildung für Jugendliche
Reintegration in Familien oder alternative Wohnformen
Netzwerkarbeit, Friedensarbeit mit Gangs und Advocacy
Ziel unserer Arbeit ist es, Risiken des Straßenlebens zu reduzieren, Perspektiven zu schaffen und ein gesellschaftliches Umdenken im Umgang mit Straßenkindern zu fördern.